Brand in Industriebetrieb 14.8.2012

Zu einem Brand in einem Industriebetrieb in Neckarau kam es am Nachmittag des 14. August 2012. Durch einen Stromausfall fiel die Kühlung der Anlage, die Kupferdrähte mit Kunststoff ummantelt, aus und erhitzte sich stark.
Zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr, die mit den Löschzügen der Wachen Mitte und Süd, sowie Spezialfahrzeugen und CO2-Anhänger vor Ort war, wurde gegen 17.30 Uhr die bereitschaftsgruppe der Abteilung Nord alarmiert.
Mit 16 Mann besetzten wir LF 10, DLK 23/12, TLF 16/25 und MTF.
Während das LF 10 sofort zur Unterstützung an die Einsatzstelle fuhr, wies das MTF als Lotse nachrückenden Einsatzfahrzeugen der Werkfeuerwehr Merck aus Darmstadt den Weg. TLF und DLK besetzten die Wache für mögliche Folgeeinsätze. Read More

 

Über den Einsatz berichtet der Mannheimer Morgen am 15.8.2012 wiefolgt:

Großeinsatz durch glühende Rohre

Bis in die späte Nacht hinein waren Feuerwehrleute aus der ganzen Region am Mittwoch in Neckarau im Einsatz. Bei der Firma Isodraht in der Rhenaniastraße hatte im Zuge eines Stromausfalls die Kühlung der Produktionsanlage versagt, wodurch enorme Hitze und ein Brand entstanden. Dabei wurden drei Menschen leicht verletzt. Die Höhe des Sachschadens ist, da die Produktion zunächst stillsteht, noch völlig offen. Anwohner waren aber nicht betroffen - sie hörten nur den ganzen Abend über das Martinshorn der vielen ständig anrückenden Feuerwehrfahrzeuge.

Die traditionsreiche Neckarauer Firma stellt sogenannten Lackdraht her. "Da wird in unseren Öfen in den Draht aus Kupfer die Isolierung mit eingebrannt und dann getrocknet", erläuterte der technische Leiter des Unternehmens, Jörg Salis, dem "MM". Doch aus noch ungeklärter Ursache blieben plötzlich der Strom und damit die Kühlung weg, die zehn Öfen der Anlage überhitzten sich rasch, schnell loderten daraufhin an der Isolierung die Flammen hoch. "Die Rohre waren rotglühend, und überall waren immer wieder Brandnester" - so schilderte Einsatzleiter Thorsten Jacqui seinen ersten Eindruck vom Brandherd. Zwei Stunden später meldete Rudi Götz vom Führungsdienst der Berufsfeuerwehr erleichtert: "Wir haben die Temperatur jetzt von über 600 auf 290 Grad gedrückt." Auch wenn das Feuer noch nicht komplett gelöscht sei, erreiche man langsam die "Abkühlphase" und setze dazu noch mehrere starke Lüfter ein.

Zuvor konnten die Feuerwehrleute nur mit Kohlendioxid gegen den Brand kämpfen. "Bei so hohen Temperaturen kann man kein Wasser mehr einsetzen, das verdampft zu schnell", begründete dies Götz: "Kohlendioxid kühlt zudem schneller, hinterlässt auch in solchen Anlagen dann keine Rückstände und damit Folgeschäden." Allerdings verfügt die Berufsfeuerwehr nur über einen Anhänger mit über 300 Kilo des kalten - und sonst nur sehr wenig eingesetzten - Gases, weshalb sie in der ganzen Region Hilfe anforderte. Die Berufsfeuerwehren Ludwigshafen und Heidelberg schickten ebenso wie die Werkfeuerwehren der BASF und von Merck in Darmstadt ihre Fachleute und Spezialfahrzeuge mit CO2-Löschern, die Feuerwehr Lampertheim kam gar mit vier Fahrzeugen und 23 Einsatzkräften. "Wenn die Kollegen uns anrufen, helfen wir selbstverständlich mit Sonderlöschmitteln und auch beim Einsatz mit", so der Lampertheimer Stadtbrandinspektor Klaus Reiber, der mit seinem Stellvertreter Rainer Jakob nach Neckarau kam.

Ob aus Friedrichsfeld, von der Abteilung Nord oder der Innenstadt - dort waren neben der Berufsfeuerwehr auch zahlreiche Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, während Kameraden der anderen Abteilungen die sonst leeren Wachen besetzten. Und immer wieder sah man Feuerwehrleute, die sich völlig erschöpft hinsetzen und etwas trinken mussten. "Bei den Temperaturen hält man es da nur ganz kurz aus", so einer der Männer über die anstrengenden Löscharbeiten. Zwei Feuerwehrleute kamen ins Klinikum - mit Verdacht auf Stromschlag. "Sie hatten Kribbeln in den Händen, ob durch Strom oder das Löschmittel, wissen wir nicht, da wollten wir sichergehen", so Einsatzleiter Jacqui. Zudem erlitt ein Arbeiter eine leichte Rauchgasvergiftung. Insgesamt rückten vier Rettungswagen und zwei Notärzte nach Neckarau aus, sagte Andreas Pitz (Johanniter), der Einsatzleiter Rettungsdienst.

Anwohner waren aber nicht betroffen. "Man muss bei Kohlendioxid zwar aufpassen, aber in die Nachbarschaft dringt nichts", versicherte Rudi Götz, der zur Sicherheit dennoch die Umweltexperten der Feuerwehr mit dem Messwagen anforderte. Über die Schadenshöhe konnte er aber nichts sagen: "Das sieht man erst, wenn man Zugang zur Anlage hat." Auch vom Stromausfall war in Neckarau sonst nichts zu spüren: "Es war kein Fehler im Stromnetz, wir werden die Ursache mit dem Kunden suchen und aufarbeiten", so Dirk Pohlmann, Sprecher der MVV Energie AG, auf Anfrage.
© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 15.08.2012

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